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Donnerstag, 30. Juni 2011

Der Rausschmeisser

Nachdem ich heute morgen um 11 Uhr das Appartment räumen musste, hatte ich etwa 5 Stunden Zeit, da ich für halb fünf ein Taxi bestellt hatte. Central Park und noch einmal koreanisch Essen stand auf meinem Programm.

Ich fuhr bis zur 110. Straße und schlenderte gemächlich von Norden durch den Park. Eines der ersten Sachen die ich dort sah, ist für mich zum Rausschmeisser geworden: ein Freibad. Ich stand vorm Gitter und hatte eine unbändige Lust, fast Gier da ins Wasser zu springen. Die Pools in New York haben seit drei Tagen offen - pünktlich zum Schulende. Auf meine Frage warum sie denn nicht früher im Jahr aufmachen, es sei ja warm genug, antwortete mir eine der Aufsichtspersonen, daß dann ja die Schüler lieber ins Freibad gingen als zur Schule. Ob das die offizielle Begründung ist weiss ich nicht, aber sie klingt irgendwie logisch. Dazu kommt, daß die 21 Freibäder der Stadt New York alle kostenlos sind. Richtig Bahnenziehen wird man wohl nicht können, aber die Abkühlung war sehr verlockend.
Ein paar Meter weiter mähte ein Parkangestellter den Rasen, und der Geruch von frisch gemähtem Gras (kriegt man nicht so häufig in New York) hat dann einige Assoziationen ausgelöst und engültig alle tränenden Augen getrocknet. Ich freue mich sehr auf zuhause, endlich wieder radfahren zu können, schwimmen gehen zu können und unsere Terrasse zu geniessen.

Hier am Flughafen in der Lounge sitzen hinter mir ein paar Schwaben die mir mit Ihrem breiten ... Dialekt mir wieder die Tränen in die Augen schießen lassen. Waischt ?

Vielleicht bleib ich doch hier.

Freitag, 24. Juni 2011

Entschleunigung

Ein sehr spezielles Wort, ich weiß gar nicht ob es das wirklich gibt. Aber was heißt das schon.
Die letzten 3 Monate waren wirklich intensiv. das subjetive Zeitempfinden hat sich beschleunigt, ungefähr seit dem ich den Eintrag im Blog gemacht habe. Während der 3 Monate war das nicht so sehr zu spüren, nur der Stresslevel war wahrnehmbar. Die Woche wurde hart gearbeitet, manche Abende in der Woche wurde was unternommenn und am Wochenende standen bestimmte Dinge auf dem Programm. Jetzt, am letzten Wochenende hier, ich habe die Menge an Arbeit etwas zurückgefahren, merke ich langsam wie alles wieder Normaltempo annimmt. Bis zum erreichen der Bodengeschwindigkeit werden aber noch ein paar Tage vergehen. Der Stress ist körperlich spürbar.
In meinem Gesprächen mit den Menschen zuhause merke ich wie ich ein anderes Tempo habe, irgendwie übertaktet. Das wird sich in den nächsten Tagen anpassen, weil ich aktiv die Bremse ziehe und versuche die letzten Tage zu geniessen.

Für mich ist das ein Abschied für immer - so in dieser Form werde ich nicht mehr hierherkommen, obwohl ich vielleicht Angebote hätte. Das kommt aber momentan nicht für uns in Frage. Sich vorstellen können hier zu leben - ja, wollen - das steht auf einem anderem Blatt.

So wie ich damals die Beschleunigung gespürt habe, spüre ich jetzt das Ausfahren des Fahrwerks und antizipiere das bevorstehende Quietschen der Reifen.

Aber noch habe ich ein Wochenende vor mir.