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Dienstag, 28. Juni 2011

Gemischte Gefühle

habe ich, denn der Abschied steht bevor. Rückblickend betrachtet gibt es einiges was ich nicht vermissen werde...

  • Geldscheine, die alle gleich gross sind
  • das "Howareyou" auf dass man immer noch versucht ist, ausführlich zu antworten
  • die amerikanische Arbeitsweise manche Dinge einfach zu machen, ohne nachzudenken
  • Produkthinweise (siehe 'Do not attempt')
  • Major League Soccer (oder auch: organisiertes 'Not gegen Elend')
  • die häufige Schwüle und die heftigen Wetterwechsel

aber auch anderes, was ich ganz sicher vermissen werden...

  • hochqualitatives Mittagessen für kleines Geld, jeden Tag nach Wunsch
  • die Fährenfahrten zur Arbeit
  • die allgemeine Freundlichkeit der Menschen (nicht nur Service)
  • die amerikanische Arbeitsweise manche Dinge zu machen, ohne tagelang Meetings zu machen und zu diskutieren ob sich das lohnt
  • die Toleranz hier in der Stadt, ich glaube nicht dass es irgendwo noch mehr davon gibt (oder ist es Ignoranz?)
  • NHL live in HD schauen, ein echtes Erlebnis
  • 'Bundeßligga in ßpaniß' am Samstag Vormittag zum Frühstück ... Goooooooooool !

Also: gemischte Gefühle.

Sonntag, 26. Juni 2011

Gay Pride 2011

Heute morgen hatte ich mich aufgemacht um Manhattan nochmal mit dem Rad zu umrunden, und die letzten 3 Brücken die mir noch 'fehlten' abzuradeln: George Washington, Queensboro und Brooklynbridge.
Zuerst fuhr mir ein Zug vor der Nase ab, dann hatte der Radshop zu an dem ich eigentlich mein Rad mieten wollte. In und um die Christopher Street standen schon überall Straßensperren die großes verkündeten, allerdings konnte ich keinerlei Plakat ausmachen was denn hier heute stattfinden sollte, aber was es auch war - ich wollte ja eigentlich Rad fahren.
Zwei Blocks weiter sollte es einen Radladen geben, der dann zum Glück offen hatte. Dort mietete ich ein Rad und los ging es. George Washington fuhr ich nur zur Hälfte, weil ich ja nicht aufs Festland wollte. In Harlem war mal wieder nix los, die Straßen frei, und aus den Kirchen klang Gospel. Zu gern wäre ich da mal reingegangen, aber ein Weißer in Radklamotten mit einer Kamera ? Hm. Toleranz hat vielleicht Grenzen.
Die Queensboro Bridge nahm ich nach Queens, fuhr runter nach Brooklyn und über die Brooklyn Bridge zurück nach Manhattan. Wer es gern eng hat, fährt man besten die Brooklynbridge (die eh schon nicht viel Platz bietet) am Sonntag. Das ist ein besonderer Spass. Aber was macht man nicht alles um die Sachen abzuhaken, die man noch vorhat.
Zurück in Chelsea an der Christopher Street dämmerte es mir dann langsam was (gerade hier) heute so abgehen sollte. Die Gay Pride Parade 2011. Die war sowieso geplant wie ich nachher erfuhr, besonderes I-Tüpfelchen für die Verantstaltung war die Tatsache, dass der Staat New York ab dem 27.Juni Hochzeiten von schwulen/lesbischen Pärchen erlaubt. Vier Republikaner haben dafür gestimmt (ohne sie wäre das nicht passiert), und die müssen sich jetzt in den Medien vor Parteigenossen rechtfertigen. New York ist nicht Amerika, das merkt man hier ganz deutlich.
Als ich das Rad abgegeben hatte habe ich mir die Parade noch ein wenig angeschaut, weil ich sowieso nicht zur PATH-Station an der Christopher durchkam.
Das Beste war die Kapelle der New Yorker Polizei: erst spielten sie 'When the Saints go marching in', was schon sehr zur Stimmung beitrug. Als sie dann aber den Hochzeitsmarsch spielten, flippte die Masse total aus. So eine positive, freundliche und ausgelassene Stimmung (ohne wesentlichen Alkoholeinfluß) habe ich selten erlebt !

Irgendwie schlug ich mich dann zur 9ten Straße durch und fuhr von da nach Hause. Die Stadt ist schon der Wahnsinn. Übrigens: der Typ auf dem Rad bin ich übrigens nicht :-) !

Sonntag, 19. Juni 2011

Tour de Big Apple

Heute hab ich es wahrgemacht. Nachdem Tippnix und Kip nach Hause geflogen sind und ich ja die Five-Boro-Tour verpasst hatte, habe ich mir heute morgen ein Rad gemietet und habe meine 'Five Boro' Tour selbst gemacht - naja zumindest fast [Bikemap].
Von vorherigen Touren wusste ich, dass in der Nähe der Christopher Street ein Radladen ist, der auch Räder stundenweise vermietet. Die Räder machten einen ganz passablen Eindruck, also mietete ich heute morgen eins und los ging es das Westufer hoch. Fast durchgehend gibt es da einen Radweg der am Wochenende hoch frequentiert ist. Er führt fast die ganze Zeit direkt am Wasser lang, so dass man immer einen schönen Blick auf den Hudson hat. Hier kam ich schnell voran, und hinter der George Washington Bridge nahm der Verkehr schlagartig ab. Nachdem ich dort an ein paar Rampen diverse Rennradfahrer mit meinem Tourenrad hab stehenlassen (tolles Gefühl nach so langer Zeit ohne Rad), war mir auch klar warum sich hier kaum noch jemand rumtreibt. Lediglich ernsthaft trainierende Leute sind mir hier noch begegnet.
Irgendwann dann hinter 'The Cloisters' musste ich dann rechts ab auf die andere Seite der Insel wechseln, weil es die letzte Gelegenheit vor der Henry Hudson Bridge ist, die rüber in die Bronx führt. Ab hier war ich nun im Stadtverkehr unterwegs, auf Straßen die zwar eigentlich eine Radspur eingezeichnet hatten, an die sich aber niemand wirklich gehalten hat. Mit einem Korb am Lenker in dem sich mein Rucksack befand, war der Schwerpunkt des Lenkers recht ungewohnt und träge, so daß ich lieber sehr vorsichtig an jeder roten Ampel hielt.
Rüber auf der Eastside war zuerst gar nichts mehr los, ich fuhr praktisch alleine auf dem Radweg bzw. Promenade bis ich irgendwo in Höhe der 160sten Straße in die Stadt geleitet wurde. Ab hier bis Wards Island gibt es nur einen unterbrochenen Radweg am Wasser, und deshalb fuhr ich direkt durch Harlem den Frederick Douglas bis zur 119 Straße runter. Hier fällt einem auf, dass alle Ampeln auf der Straße gleichgeschaltet sind, was für viele Avenues in Manhattan der Fall ist. So schafft man 3,4 Blocks in einer Ampelphase, bevor man wieder steht. Für mich ergab sich deshalb immer wieder die Gelegenheit, mir Harlem näher anzuschauen. Dieser Teil von Harlem zumindest ist gut gepflegt, was man von vielen Gegenden in Queens und Brooklyn nicht behaupten kann.
Wieder am Wasser sah ich auf einmal eine Reihe kleinerer Boote und Kanus auf dem Wasser und auf den zweiten Blick fiel mir auf, dass Schwimmer zwischen Ihnen waren. Hier fand eine Sportveranstaltung mit ca. 30-40 Athleten statt, wobei ich weder Start noch Ziel ausmachen konnte.
Hin- und wieder musste ich das Ufer verlassen, um mich auf der ersten oder zweiten Avenue nach Süden schlagen zu können, was aber auch kein Problem war. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und die Straßen waren breit genug. Irgendwo in Höhe der 51sten Ecke 2 Avenue habe ich bei einem kleinen italienischen Restaurant zu Mittag gegessen. Mittags gibt es fast überall Essensangebote für 7-10 Dollar, so auch hier: Vorspeise, Hauptmenü und Kaffee für 11.95 $.
Mein weiterer Plan war, auf einer der drei folgenden Brücken nach Queens/Brooklyn rüberzufahren und eine der verbleibenden zwei wieder zu benutzen, um nach Manhattan zurückzukommen. So nahm ich die Williamsburgbridge um nach Queens zu kommen, fuhr dann auf Kent und Flushing zur Manhattanbridge. Hier merkte ich, dass ich schon ganz schön weich geworden war, und irgendwo meine Körner gelassen haben mußte. Die Sonne und schwüle Hitze hatten Ihr Übriges getan, so kurbelte ich mich zur letzten Bergwertung des heutigen Tages auf die Brücke und genoss nocheinmal den Ausblick auf dem Scheitelpunkt. Diese Brücken mit dem Rad zu fahren ist ein echtes Erlebnis !
Ab hier führte mich mein Weg wieder am Wasser entlang, vorbei an Menschenmassen, die von Pier 11 versuchten eine Fähre zu ergattern, weil es heute (kostenlose) Livemusik auf Govenors Island gab.
Als ich das Chaos am Pier 11 und an der Anlegestelle zur Freiheitsstatue hinter mir gelassen hatte und den Batterypark weiter hochfuhr, kam ich zum Start und Ziel der Schwimmveranstaltung. 25 Meilen (gegen den Uhrzeigersinn) um Manhattan schwimmen (Rekord steht bei 5:45), das ist ganz schön krank, glaube ich. Im Hudson hat man zwar Strömung, aber man muss schon echt ganz schön viel Chlor geschluckt haben um sowas zu machen, oder ? Naja, ich dachte ich hätte heute was geleistet, aber das war wohl ein Irrtum. Chapeau !

Radfahren in Manhattan ist möglich, und auf vielen Routen sogar sehr einfach und auf den Uferwegen auch richtig schön. Der Autoverkehr ist (meist) rücksichtsvoll, worauf man sich aber nicht verlassen sollte, da Taxifahrer (wie wohl überall auf der Welt) die Lizenz zum Töten besitzen.

Und ich habe seit 2 1/2 Monaten mal wieder auf einem echten Rad gesessen. Bohohohaaaaa !

Freitag, 17. Juni 2011

Old Slip Park

Durch diesen 'Park' gehe ich jeden morgen auf dem Weg von der Fähre zum Büro. Alle Parks, und seien sie noch so klein, haben schöne Namen und entsprechende Verbotsschilder. Vor allem haben die Parks aber Öffnungszeiten, die wohl dafür da sind Obdachlose nach Parkschluß von den Bänken vertreiben zu können. Eigentlich ist es nur eine größere Verkehrsinsel, die aber nach 22 Uhr dann nicht mehr zu betreten ist.

Bemerkenswert ist auch das Baum/Sitzbankverhältnis im Old Slip Park von 1:3 (30 Bänke gegenüber 10 Bäumen).

Das interessanteste Verbot ist, dass es nicht erlaubt ist nicht hinter seinem Hund sauber zu machen. Das ist wohl das erste Verbot mit Negation das mir über den Weg läuft.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Das schmalste Haus

von New York steht in Greenwich Village und ist 2,74m breit und 12,8m tief. Erbaut im Jahre 1873 aus Backsteinen ist es heute das meistfotografierte Haus der Stadt. Greenwich Village selbst ist einen Ausflug wert. Man benötigt aber einen Reiseführer der einem fast an jeder Ecke
darauf hinweisen kann welcher Film hier gedreht oder welche Persönlichkeit hier gelebt hat. Aber auch ohne Reiseführer wird man seine Freude haben an einer der gepflegtesten Gegenden in der Stadt.

Im Jahre 2009 stand das Haus für 1,9 Mio Euro zum Verkauf.

Ein stolzer Preis für ein Haus, das noch nicht einmal eine ganze Hausnummer hat.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Seltsame Wegfahrsperre

gesehen in Chinatown

Visa - die Freiheit nimmt man mir

-- natürlich nur in bester Absicht der Bank, schließlich muß ja etwas gegen Kreditkartenbetrüger getan werden.

Und so kam es dazu: Ich war hier vor einiger Zeit bei Macy's einkaufen. Macy's behauptet von sich das größte Kaufhaus der Welt zu sein und wenn man mal drin war, dann kann man das auch glauben. Größere habe ich zumindest bisher noch nicht gesehen.

Jedenfalls habe ich mir an drei verschiedenen Kassen mit meiner Kreditkarte (Konto deutlich im Plus) ein paar Wünsche erfüllt. Für New Yorker ein völlig normaler Vorgang.

Drei Abbuchungen am selben Tag in ein und demselben Kaufhaus? Das kann aus europäischer Sicht nur Betrug sein!! Also erstmal sperren.
Das ist schon sehr ärgerlich und auch peinlich, wenn man dann die Karte neu einsetzen möchte und an der Kasse gesagt bekommt, man habe "insufficient funds". Verbuchen wir das unter "lessons learned".

Sonntag, 22. Mai 2011

Nachtrag zum Weltuntergang

Zunächst die gute Nachricht: Wir leben noch.

Jetzt hatten wir krampfhaft den ganzen Tag unsere Augen offen gehalten, denn einige Tage lang vor dem 21. sahen wir in Manhattan schon Leute mit Schildern herumlaufen, die für den 21. Mai den Weltuntergang und die Ankunft Jesu verkündeten.
(siehe Bild links)

Jesus kommt nach Manhattan? Was für ein Glück, daß wir dann gerade hier sind, dachten wir. Also nix wie wieder nach Manhattan am 21. Mai!


Doch dann?
...
nichts.
Einfach gar nichts ...
menno...

Es
war eigentlich alles normal also in New York so verrückt wie immer. Jim Carrey will hier in Manhattan einen Engel gesehen haben aber Jesus ward ebensowenig gesehen wie Harold Camping, der sehr erfahren ist im Errechnen von Apokalypsen (eigentlich kann es die nur im Singular geben. Schon klar. Also mir jedenfalls.)

Vielleicht klappt es ja 2012.