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Donnerstag, 16. Juni 2011

Das schmalste Haus

von New York steht in Greenwich Village und ist 2,74m breit und 12,8m tief. Erbaut im Jahre 1873 aus Backsteinen ist es heute das meistfotografierte Haus der Stadt. Greenwich Village selbst ist einen Ausflug wert. Man benötigt aber einen Reiseführer der einem fast an jeder Ecke
darauf hinweisen kann welcher Film hier gedreht oder welche Persönlichkeit hier gelebt hat. Aber auch ohne Reiseführer wird man seine Freude haben an einer der gepflegtesten Gegenden in der Stadt.

Im Jahre 2009 stand das Haus für 1,9 Mio Euro zum Verkauf.

Ein stolzer Preis für ein Haus, das noch nicht einmal eine ganze Hausnummer hat.

Sonntag, 12. Juni 2011

Toddlers Rock

Ein letztes Mal waren wir nun bei Creative Groove. Das ist das 10 Blocks entfernte musikalische Kinderparadies (vor allem an den Regentagen, wie wir sie am Anfang hatten).


Die Kreativbude macht jetzt ein paar Wochen Ferien. Der Kleine hat hier eine Menge Spaß gehabt und ich habe ein paar amerikanische Kinderlieder gelernt.


Bald heißt es für uns Koffer packen.

Samstag, 11. Juni 2011

Washington Street, Hoboken


Wir haben noch gar nicht erwähnt, daß die Washington Street (wir wohnen um die Ecke) 2010 zu einer der Top 10 unter den schönsten Straßen in den USA gewählt wurde.

Wir würden hier auch ein paar Sternchen vergeben. Es gibt hier tolle Restaurants nette Boutiquen und alles vom Geschenkeladen bis zum Tierkrankenhaus.






Hier der Link zum Artikel.

Freitag, 10. Juni 2011

Wer hat's erfunden?


Ach nee guck mal an. Bei genauem Hinsehen bemerken wir, daß die tollen Spielgeräte auf den Spielplätzen aus Deutschland kommen und europäischer Norm entsprechen.
Schöne Grüße nach Fresdorf :)


Dienstag, 7. Juni 2011

Abkühlung

Yipiieh.
Wir hatten schon befürchtet, daß der schönste Spielplatz von Hoboken erst eröffnet wird, wenn wir wieder unsere Koffer packen müssen.

Aber nun ist endlich der Bauza
un entfernt worden und vor allem die Kinder aus unserem Haus freuen sich über die neue Attraktion MIT SAND vor der Haustür.

Direkt am Hudson hat man eine kleine Halbinsel geschaffen auf der kleine und größere Kinder sich austoben können. Die Brunnen machen Spaß und helfen gegen die Hitze.

Abends ist alles schön beleuchtet und lädt zu einem Abendspaziergang ein.
Und dann diese Aussicht auf Manhattan: einfach großartig!

Der schönste Spielplatz in
Manhatta
n liegt am South Seaport und ist der Form eines Schiffes nachempfunden.

Hier gibt es strenge Ordnungsregeln. Wasser und Sand werden strikt getrennt. Ein Spielplatzwächter pfeift Kinder, die es wagen mit einem Eimerchen voll Sand zum Brunnen zu laufen, zurück.

Hunde müssen natürlich drau
ßen bleiben.

Unser Kleiner hat Mitleid.

Samstag, 4. Juni 2011

Govenors Island

Letztes Wochenende war die jährliche Eröffnung von Govenors Island, einer kleinen Insel südöstlich von Manhattan die nur während des Sommerhalbjahres der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Insel hat viele Grünflächen mit großen Bäumen und leerstehende, aber gepflegte Häuser.

Mit der Eröffnung fand ein kleines Fest auf der Insel statt, das Brewers PicNYC. Das Wetter war wie im Hochsommer - die angesagten 33 Grad (gefühlt 34) wurden erreicht.



Im Vorfeld fragte ich mich wie sie das regeln wollten: da öffentliches Alkoholtrinken in New Jersey wie in New York verboten sind, konnte das Fest nur auf einem abgetrennten Gelände stattfinden. Und so war es auch. Am Eingang wurde der Pass gecheckt, und alle Besucher mit entsprechendem Alter (21 Jahren und mehr) bekamen ein rotes Armband. Im abgetrennten Bereich des Festes befanden sich die verschiedenen Stände von lokalen Brauereien und Restaurants. Das Gelände war relativ voll, was die New Yorker allerdings gewöhnt sind. Viele hatten sich Picknickdecken mitgebracht und machten es sich unter den großen Bäumen im Schatten bequem.

Eine Sache war hier in Vollendung zu bewundern, die so in Deutschland nicht stattgefunden hätte. Der New Yorker an sich ist Schlangestehen gewöhnt und reiht sich in bestehende Schlangen für Busse, Schiffe oder für Eingänge ein. Insofern bildeten sich vor jeder Bude schöne Schlangen, und keiner versuchte zu schummeln. Schlangestehen scheint hier eine Art Volkssport zu sein. In einer gleichen Situation in Deutschland wäre das Chaos ausgebrochen - mit Sicherheit. Amerika wäre aber nicht Amerika wenn es nicht Gleichere unter den Gleichen gäbe - man konnte sich im Vorfeld VIP-Karten bestellen, die einem ein grünes Armband und damit den Zugang zur Expressschlange sicherte.




Das Gelände kontrollierten ein paar Polizisten und schauten, daß auch nur die Leute mit rotem Armband Bier tranken.

Alles in allem ein schönes Fest auf einer sehr schönen Insel - allerdings etwas voll. Etwas surreal allerdings die Trennung zwischen Gelände auf dem man Bier trinken durfte, und wo nicht....

Donnerstag, 28. April 2011

Bist Du noch Tourist oder lebst Du schon ?

Ein schwedischstämmiger Arbeitskollege hat mir neulich beim Bier erklärt was mit einem passiert, wenn man sich länger in New York aufhält:

You walk faster, you talk faster and you think faster.

Das ganze geht wohl auf ein Zitat von einem ehemaligen Bürgermeister zurück und es scheint was daran zu sein. Vor ein paar Tagen fiel mir beim Weg von der Fähre zum Büro auf, dass ich mich an das allgemeine Gehtempo der Leute angepasst hatte, zum Teil standen sie mir sogar im Weg.

Vorige Woche war ich einen Abend mit unserem Besuch (einer 17 jährigen) abends am Time Square. Wir wollten dort hin, um ein paar Fotos zu machen, was sich nach Einbruch der Dunkelheit schon lohnt. Ausserdem wollte sie unbedingt ins Hard Rock Cafe (direkt am Times Square) um dort ein T-Shirt als Souvenir zu kaufen. Während wir dort warteten bis einer der Servicekräfte Nachschub in der richtigen Shirt-Größe holte, hatte ich Zeit mir den durchschnittlichen Hard Rock Cafe Besucher anzuschauen. Meiner Einschätzung nach ist er zu 95% ein Tourist jeden Alters, von denen die wenigsten unten ins Restaurant gehen (Wartezeit für einen Tisch ca. 45 Minuten). Die meisten kaufen sich ein T-Shirt und verlassen den Laden mit einem glückseligen Lächeln auf dem Gesicht: Hurra, ich hab ein Hard Rock Cafe T-Shirt aus New York !

Dieses beobachtend, stellte ich mir die Frage ob ich auch ein solches T-Shirt kaufen würde. Wäre ich nur ein paar Tage hier, dann hätte ich möglicherweise auch zugegriffen. Allerdings fühle ich mich im Moment nicht mehr als Tourist, ich lebe ja schliesslich hier. Vielleicht wird mich Ende Juni die nahende Rückkehr dazu bringen mich doch wieder als Tourist zu fühlen, wir werden sehen.

Big Apple allerdings, scheint langsam irgendwie zu Normalität zu werden.

Dienstag, 26. April 2011

Schild der Woche (III)

Strafandrohungen sieht man hier auf vielen Schildern. Dieses hier ist aber das mit der höchsten Strafe, die ich bis jetzt gesehen habe. 2000 Dollar fürs Motor laufenlassen ist eine stolze Summe.

Als die Schilder 2007 aufgestellt worden sind, ging es primär um die Luftqualität in der Nähe der City Hall und z.B. dem Metropolitan Museum of Art.

Sonntag, 24. April 2011

Easter Parade New York 2011

Ostern in New York ist lustig. Es gibt auch hier den Brauch, Kinder Ihre Ostereier und Süßigkeiten suchen zu lassen und viele gehen sehr feingemacht in die Kirche.


Besonders ulkig ist hier die Easter Parade. Dafür wird ein Teilbereich der Fifth Avenue für den Autoverkehr gesperrt. Auf der Höhe der St. Patrick’s Cathedral in der Nähe vom Rockefeller Center hat man eine gute Sicht aufs ganze Geschehen.


Wir waren recht früh da. Um 11 Uhr sollte es losgehen. Vor der St. Patrick’s Cathedral war schon ein Getümmel von kostümierten und skurril „behüteten“ Leuten zu sehen.


Ein Amerikaner (wohl nicht aus NY) fragte mich um 20 nach elf, wann es denn nun losginge. Glücklicherweise war ich durch unseren TimeOutGuide informiert und wußte, daß diese Parade nicht organisiertes Marschieren mit Blasmusik ist sondern einfach ein Flanieren-Sehen-und-Gesehen-werden. Alle haben ihre Kameras, Fotoapparate und Handys für einen Schnappschuß parat und hoffen die tollsten Kostüme und Hüte zu erwischen. Alle wuseln dabei durcheinander. Ich war froh, daß ich Kip im Tragegurt hatte und nicht den Buggy dabeihatte, denn sonst hätte ich mich an dieser Fotojagd gar nicht beteiligen können. ;o)


Als die Messe in St. Patrick vorbei war und sich die Türen öffneten wehte ein Schwall Weihrauch auf die Straße und für einen Moment richteten sich alle Blicke auf die Türen. Der Bischof mit Gefolge trat heraus, grüßte die Menge und verschwand dann um die Ecke. Sogleich ging das fröhliche Gewusel wieder weiter.


Die Parade wird auch für politische und religiöse Statements genutzt. Zum Beispiel wurde an Homosexuelle erinnert, die durch Mobbing in den Selbstmord getrieben wurden. Es kocht hier in den Medien gerade ein Fall bei dem ein 19jähriger angeklagt wurde, weil er seinen homosexuellen Studienkollegen durch Bloßstellung in Facebook in den Selbstmord getrieben haben soll.

Die Oster-Erfahrung

Es ist das Osterwochenende. Wenn ich nicht frei hätte (Karfreitag ist ein Bankfeiertag, der 'good friday', Montag hingegen ein normaler Arbeitstag) würde ich nicht viel davon mitbekommen dass eines der höchsten christlichen Feste ist.

Zuhause in Deutschland trifft sich ja meist die Familie zum gemeinsamen feiern. Die Amerikaner sind zum großen Teil recht religiös, insofern hätte ich erwartet dass Geschäfte geschlossen sind etc. Mein Chef sagte neulich zu mir, als ich fragte ob ich einen Nachmittag frei machen kann weil meine Familie eintrifft, daß man Prioritäten setzen müsse: Gott, Familie, Arbeit - in dieser Reihenfolge. Da liegt die Erwartung nahe, daß Ostern hier irgendwie bemerkbar ist.

Nun gut, am Freitag sind wir - nach einem entspannten Einkauf beim Schlendern durch die Haupteinkaufsstraße - einem Zug von singenden Menschen begegnet, unter denen zwei oder drei als Geistliche erkennbar waren. Wenn ich nun andererseits nicht gewusst hätte, daß Karfreitag ist, hätte ich nur schwerlich einen Zusammenhang hergestellt.

Der Supermarkt im Haus hat dann für Ostersonntag seine Öffnungszeiten reduziert. Na gut, immerhin nur noch bis 4pm anstatt bis 10pm.

Zuhause in Frankfurt gab es am Freitag einen Flashmob auf dem Römer, weil ein FDP-Ordnungsdezernet das Tanzverbot zu Ostern durchsetzen wollte. (Und ich dachte wir hätten die religiösen Extremisten vor ein paar Jahrhunderten aus Europa rausgeworfen) Irgendwie werden mir die USA langsam sympathisch.

Wir waren auch schon mal zu Ostern in Sevilla und haben uns dort die Prozessionen zur Semana Santa angeschaut, das war dann wohl das andere Extrem.

Frohe Ostern !

Donnerstag, 21. April 2011

Spielplätze in Manhattan und Hoboken

Jetzt sind wir etwa eine Woche hier in Hoboken und ich habe mit Kip die Nachbarschaft und auch Manhattan nach schönen Kinderspielplätzen abgeklappert. (Ok nicht ausschließlich ;) aber ich habe schon bewußt die Augen danach offen gehalten).

Fast alle Spielplätze sind gut eingezäunt, damit kein Kind stiften gehen kann. Eine recht gute Einrichtung, die es auch in vielen Stadtteilen in Frankfurt inzwischen gibt. Ganz anders ist, dass hier überall Tartan-Gummiboden ausgelegt ist und zwar nicht nur unter den Gerüsten sondern im kompletten Spielbereich .
Heute bin ich mit Kip zum ersten Mal zu so einem Spielplatz zum Austoben gegangen. Sonst klebt er ja immer an meinem Finger wenn wir Spazieren gehen aber hier blühte er heute richtig auf und lief mutig ganz alleine von mir weg und kletterte eine kleine Spielbrücke rauf und wollte kein anderes Kind mehr rauflassen. Er hat sich richtig ausgetobt und müde gelaufen.

Trotzdem ist es seltsam, dass man hier so gut wie nie Sandkisten findet. Und ich habe noch keine einzige Wippe gefunden... so eine Wippe, bei der man schonmal einen Schlag unter den Po kriegt, wenn man alles gibt oder von der man in hohem Bogen runterfliegt, wenn das andere Kind plötzlich absteigt. Scheint den Amerikanern wohl zu gefährlich zu sein? Wer weiß, wer weiß ...

Umso erstaunlicher dann dieses Schild, das auch gut in die Rubrik "Schild der Woche" passen könnte:

Mittwoch, 20. April 2011

German Quark Balls

Wenn man sich fuer 3 Monate auf die Reise macht, dann fängt das ganze spätestens mit dem Kofferpacken an interessant zu werden.

Erst steht man vor einem Riesenhaufen Dinge die man mitnehmen würde (wenn man könnte). Dann fängt man an zu packen und merkt, dass man gar nicht soviel mitnehmen kann und man fängt an darüber nachzudenken, auf was man verzichten kann (oder was man sich einfach kauft, dort wo man hingeht). Letztlich merkt man, dass man gar nicht wirklich viele Dinge benötigt.

Aber es gibt natürlich auch Dinge, die man nicht mitnehmen kann, die man aber vermissen wird.
Es gibt ja diesen Mythos dass die Deutschen nicht ohne Ihr Brot können - zumindest nicht auf Dauer. Mal zwei Wochen im Urlaub - okay. Einige der Leser dieses Blogs backen Ihr Brot im Urlaub sogar selbst (und das auf der anderen Seite der Erde :)). Wir essen sehr gerne Brot, und wir lieben die Abwechselung. Von dem Brot welches uns erwarten würde hatten wir eine Ahnung. Die Wirklichkeit ist schlimmer.

Umso glücklicher sind wir, dass sich fast vor unserer Tür eine deutsche Bäckerei befindet und zwar eine ziemlich Gute ! Am ersten Tag hier bin ich direkt in den Laden, als ich Ihn entdeckt hatte, und fühlte mich gleich wie zuhause. Da lagen viele bekannte Dinge in der Auslage, unter anderem Quarkini. Auf die Nachfrage was das sei sagte die Bedienung "German Quark Balls". Auch die Brote sahen so aus wie zuhause. Die Sorten, die wir bis jetzt probiert haben, schmecken auch so.


Letzten Samstag war ich der erste Kunde, als der Laden um 8 Uhr öffnete. Die Brote waren warm und frisch und die Vorfreude war groß. Was mich irritierte war jedoch, dass weit und breit kein weiterer Kunde zu sehen war. Bei der Qualität des Brotes müssten die Leute eigentlich morgens Schlange stehen ! Amerikaner sind anders, sie stehen lieber vorm Konditor Schlange (der nebenbei auch Pizza verkauft).


Die spinnen, die Amis ! :)

Montag, 18. April 2011

Schild der Woche (II)

Heute mal keine Strafandrohung (davon habe ich noch ein paar auf Lager), sondern eher ein Schild über die nochmalige Aussprache des Selbstverständlichen.

Anscheinend gibt es auch hier Autofahrer (Offenbacher oder Friedberger?), die sich gern irgendwo einordnen und es sich dann vor der Konsequenz schnell noch anders überlegen. Oder wollen sie nur die Lingsabbiegerspur zum Überholen benutzen ? Das wollen wir Ihnen nicht unterstellen. Allerdings muss das Schild doch einen Grund haben...

Fragen über Fragen... bei uns würde man das Problem wohl durch bauliche Maßnahmen lösen.

Dienstag, 12. April 2011

Schild der Woche


Schilder sind ein fester Bestandteil in der Kommunikation von Behörden mit der Bevölkerung. Die Art der Schilder reflekiert meines Erachtens direkt den Umgang miteinander. In totalitären Staaten ist der Staatsführer überall präsent, in der DDR sind mir die Jahresplanschilder noch in lebhafter Erinnerung. Bei uns in Deutschland ist alles im Schilderwald geregelt und sie gelten sogar wenn sie jemand abmontiert.

Anderes Land, andere Schilder - und New York ist anders.

Mittwoch, 6. April 2011

Angekommen - Widerstand ist zwecklos

Seit drei Tagen bin ich jetzt hier, und der Gewöhnungseffekt ist schneller, stärker, ausgeprägter als ich das gedacht habe. Das Appartment hat alle meine Erwartungen an Größe, Einrichtung und Umgebung übertroffen. Das Haus hat einen Fitnessraum in dem sich die Verrückten morgens um 6 treffen, um wie verrückt auf irgendwelchen Maschinen Bewegungen zu verrichten. Wenn man alternativ am Hudson läuft, kommt man sich vor wie bei einem recht mäßig besuchten Volkslauf - vor Sonnenaufgang. Einen Kinderspielplatz drinnen wie draußen hat es auch, davon wird Tippnix sicher später berichten.

Als Pendeltransportmittel habe ich zwei Möglichkeiten: den PATH Train oder die Fähre der NY-Waterways. Obgleich die Fähre viermal teurer ist, habe ich mir ein Monatsticket (Kalendermonat!) gekauft – man ist ja nur einmal hier. Eine Viertelstunde Wind um die Nase, und die verrückte Stadt aus sicherer Entfernung an sich vorbeiziehen zu sehen, ist morgens ein guter Start und abends der richtige Abschluß. Viele der Pendelautisten auf der Fähre spielen aber lieber an Ihrem elektronisches Spielzeug wie Blackberry, I-Phone oder I-Pad herum – oder sie lesen Zeitung. Vielleicht haben sie schon genug gesehen.

In den ersten Tagen ist man noch Tourist, der sich nicht als Teil der amorphen Pendlermasse begreift. Man schaut sich diese Verrückten an, die in dieser Stadt arbeiten und fragt sich welche Konzessionen sie sonst so an Ihr Privateleben machen, um in dieser Stadt arbeiten zu können. Nach ein paar Tagen ist man einer von Ihnen.

Das Wetter ist im Moment noch nicht wirklich frühlingshaft, es ist ziemlich wechselhaft. Zuhause lassen sich die Kollegen die Sonne auf den Bauch scheinen, nun gut das ist fair. Ich darf ja hier sein.


Donnerstag, 17. März 2011

Fukushima ist überall ?!

Ein Artikel in der taz vom 17.03.2011 „Sicher wie Japan“ hat mich darauf gebracht, dass es in den USA Kernreaktoren vom gleichen Typ wie die Siedewasserreaktoren in Fukushima gibt. Zu allem Überfluss liegt einer 65 Meilen südlich von Manhattan (GoogleMaps).

Beim Surfen bin ich auf interessante Seiten gestoßen, wie zum Beispiel eine komplette Auflistung aller Kernreaktoren in der Welt, nach Ländern geordnet. Es ist interessant zu sehen, wie viele Atomreaktoren die USA besitzen, und vor allem wie viele davon mittlerweile nicht mehr in Betrieb sind. Nach den schrecklichen Ereignissen in Fukushima frage ich mich wie viele davon vergleichsweise ungesicherte 'Abklingbecken' haben... über die Anlagen in der dritten Welt versuche ich gar nicht nachzudenken.

Auf Long Island gibt es einen Reaktor der niemals ans Netz gegangen ist. Three Mile Island und Tschernobyl sowie die üblichen Verzögerungen und erhöhten Kosten bei solchen Projekten führten dazu, dass Shoreham nicht produktiv eingesetzt wurde. Das ganze ist ein Grab für 6 Milliarden Dollar.

In den letzten Tagen, vor allem in den ersten Tagen nach dem Erdbeben und Tsunami, hat mich ziemlich verärgert, dass die Medien oft kommentarlos Experten der Atomlobby befragt haben. Die ARD war da eine Ausnahme, weil dort jeweils zwei Experten zu Wort kamen – je einer von jeder Seite. Der Artikel in der taz hat mich außerdem auf die Union of Concerned Scientists aufmerksam gemacht, die die Ereignisse in Fukushima in Ihrem Blog kommentieren. Lesenswert, wie ich finde.

Egal wo wir sein werden – in der Nähe von Biblis oder Shoreham – die Gefahr scheint überall zu sein.