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Dienstag, 28. Juni 2011

Gemischte Gefühle

habe ich, denn der Abschied steht bevor. Rückblickend betrachtet gibt es einiges was ich nicht vermissen werde...

  • Geldscheine, die alle gleich gross sind
  • das "Howareyou" auf dass man immer noch versucht ist, ausführlich zu antworten
  • die amerikanische Arbeitsweise manche Dinge einfach zu machen, ohne nachzudenken
  • Produkthinweise (siehe 'Do not attempt')
  • Major League Soccer (oder auch: organisiertes 'Not gegen Elend')
  • die häufige Schwüle und die heftigen Wetterwechsel

aber auch anderes, was ich ganz sicher vermissen werden...

  • hochqualitatives Mittagessen für kleines Geld, jeden Tag nach Wunsch
  • die Fährenfahrten zur Arbeit
  • die allgemeine Freundlichkeit der Menschen (nicht nur Service)
  • die amerikanische Arbeitsweise manche Dinge zu machen, ohne tagelang Meetings zu machen und zu diskutieren ob sich das lohnt
  • die Toleranz hier in der Stadt, ich glaube nicht dass es irgendwo noch mehr davon gibt (oder ist es Ignoranz?)
  • NHL live in HD schauen, ein echtes Erlebnis
  • 'Bundeßligga in ßpaniß' am Samstag Vormittag zum Frühstück ... Goooooooooool !

Also: gemischte Gefühle.

Samstag, 4. Juni 2011

Govenors Island

Letztes Wochenende war die jährliche Eröffnung von Govenors Island, einer kleinen Insel südöstlich von Manhattan die nur während des Sommerhalbjahres der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Insel hat viele Grünflächen mit großen Bäumen und leerstehende, aber gepflegte Häuser.

Mit der Eröffnung fand ein kleines Fest auf der Insel statt, das Brewers PicNYC. Das Wetter war wie im Hochsommer - die angesagten 33 Grad (gefühlt 34) wurden erreicht.



Im Vorfeld fragte ich mich wie sie das regeln wollten: da öffentliches Alkoholtrinken in New Jersey wie in New York verboten sind, konnte das Fest nur auf einem abgetrennten Gelände stattfinden. Und so war es auch. Am Eingang wurde der Pass gecheckt, und alle Besucher mit entsprechendem Alter (21 Jahren und mehr) bekamen ein rotes Armband. Im abgetrennten Bereich des Festes befanden sich die verschiedenen Stände von lokalen Brauereien und Restaurants. Das Gelände war relativ voll, was die New Yorker allerdings gewöhnt sind. Viele hatten sich Picknickdecken mitgebracht und machten es sich unter den großen Bäumen im Schatten bequem.

Eine Sache war hier in Vollendung zu bewundern, die so in Deutschland nicht stattgefunden hätte. Der New Yorker an sich ist Schlangestehen gewöhnt und reiht sich in bestehende Schlangen für Busse, Schiffe oder für Eingänge ein. Insofern bildeten sich vor jeder Bude schöne Schlangen, und keiner versuchte zu schummeln. Schlangestehen scheint hier eine Art Volkssport zu sein. In einer gleichen Situation in Deutschland wäre das Chaos ausgebrochen - mit Sicherheit. Amerika wäre aber nicht Amerika wenn es nicht Gleichere unter den Gleichen gäbe - man konnte sich im Vorfeld VIP-Karten bestellen, die einem ein grünes Armband und damit den Zugang zur Expressschlange sicherte.




Das Gelände kontrollierten ein paar Polizisten und schauten, daß auch nur die Leute mit rotem Armband Bier tranken.

Alles in allem ein schönes Fest auf einer sehr schönen Insel - allerdings etwas voll. Etwas surreal allerdings die Trennung zwischen Gelände auf dem man Bier trinken durfte, und wo nicht....

Sonntag, 29. Mai 2011

Summer in the city: 33 Grad, gefühlt 34.

Auf vieles waren wir vorbereitet, einiges wußten wir. Allerdings nicht, dass es hier an der Ostküste häufig Wetterlagen mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit gibt. Und ich meine jetzt nicht Regen :) - davon hatten wir auch genug. Nein, ich meine schwül-feucht-warm oder auch gern -heiße Luft.

Die Wettervorhersage gibt die Höchsttemperatur an und manchmal auch die gefühlte Temperatur, die wegen des Chillfaktors ein paar Grad darunter liegt. Hier ist es jetzt umgekehrt: für Montag sagt wetter.com 33 Grad voraus, gefühlt aber 34. Und das kommt von der hohen Luftfeuchtigkeit, trotz der vorausgesagten 2-3 bft Wind.


Ein Kollege, der mit seiner Familie in Chicago wohnt, hat mir erzählt, daß er einen Entfeuchter im Haus hat, der an schwülen Tagen ganz gern mal eine Gallone Wasser aus der Luft holt (es leben die Imperialmaße !).

Währenddessen haben wir die Klimaanlagen in Betrieb genommen - ob hier Ökostrom verwendet wird, wage ich zu bezweifeln. Schlechtes Gewissen will sich aber dennoch nicht einstellen.

Weck' den Ami in Dir ...

Dienstag, 17. Mai 2011

Gummistiefel oder Sandalen?

Während in Deutschland der Sommer angefangen hat, weiß man hier noch nicht, wie man die Jahreszeit nennen soll.

Alle sagen uns, daß es selten soviel in April und Mai geregnet hat. Das tröstet uns nur wenig. Vermutlich wird es dann im Juni richtig schön, wenn wir unsere Koffer packen. In Deutschland empfangen uns dann die Niederschläge, die eigentlich im März und April dort hätten kommen sollen. Eh klar.

Was soll's. Das kann doch gebürtige Westfalen nicht erschüttern. Tage, die nicht hell werden und Dauernieselregen ist doch in Westfalen erfunden worden - ne?

Im Gegensatz zum westfälischen Dauernieselregen hat man hier zumindest noch im Grau-in-Grau Überraschungen wie Gewitter, plötzliche Windstürme, auch mal dicke Regentropfen oder kurz Sonne, damit die Luft schön dampfig wird.

Ich glaube diese Wetterumschwünge haben auch zu dem Klischee geführt alle Frauen stünden täglich vor ihrem Schrank mit der "Was-soll-ich-bloß-anziehen-Panik".

Den Wettervorhersagen kann man ja nicht vertrauen. Sie ändern sich natürlich auch ständig, so daß man sich lieber mit Gummisstiefeln und Sandalen auf alle möglichen Wetterzustände vorbereitet.


Mittwoch, 13. April 2011

Gotham City

Montag war der Tag der den eigentlichen Grund darstellte warum ich hier bin. Deswegen war ich sehr früh wach und habe die erste Fähre um 6:05am zur Arbeit genommen. Die Stadt lag unter waberndem Nebel, die Luftfeuchtigkeit war hoch, aber es war relativ warm. Das sind einige der Fotos
Eine qualitativ bessere Version laesst sich in meinem Fotostream bei Flickr (rechter Bildschirmrand) einsehen.

Mittwoch, 6. April 2011

Angekommen - Widerstand ist zwecklos

Seit drei Tagen bin ich jetzt hier, und der Gewöhnungseffekt ist schneller, stärker, ausgeprägter als ich das gedacht habe. Das Appartment hat alle meine Erwartungen an Größe, Einrichtung und Umgebung übertroffen. Das Haus hat einen Fitnessraum in dem sich die Verrückten morgens um 6 treffen, um wie verrückt auf irgendwelchen Maschinen Bewegungen zu verrichten. Wenn man alternativ am Hudson läuft, kommt man sich vor wie bei einem recht mäßig besuchten Volkslauf - vor Sonnenaufgang. Einen Kinderspielplatz drinnen wie draußen hat es auch, davon wird Tippnix sicher später berichten.

Als Pendeltransportmittel habe ich zwei Möglichkeiten: den PATH Train oder die Fähre der NY-Waterways. Obgleich die Fähre viermal teurer ist, habe ich mir ein Monatsticket (Kalendermonat!) gekauft – man ist ja nur einmal hier. Eine Viertelstunde Wind um die Nase, und die verrückte Stadt aus sicherer Entfernung an sich vorbeiziehen zu sehen, ist morgens ein guter Start und abends der richtige Abschluß. Viele der Pendelautisten auf der Fähre spielen aber lieber an Ihrem elektronisches Spielzeug wie Blackberry, I-Phone oder I-Pad herum – oder sie lesen Zeitung. Vielleicht haben sie schon genug gesehen.

In den ersten Tagen ist man noch Tourist, der sich nicht als Teil der amorphen Pendlermasse begreift. Man schaut sich diese Verrückten an, die in dieser Stadt arbeiten und fragt sich welche Konzessionen sie sonst so an Ihr Privateleben machen, um in dieser Stadt arbeiten zu können. Nach ein paar Tagen ist man einer von Ihnen.

Das Wetter ist im Moment noch nicht wirklich frühlingshaft, es ist ziemlich wechselhaft. Zuhause lassen sich die Kollegen die Sonne auf den Bauch scheinen, nun gut das ist fair. Ich darf ja hier sein.