Montag, 9. Mai 2011

Übers Ziel hinausgeschossen

Sonntag gingen wir am Aufzug zum Path Train (das ist eine der Pendelmöglichkeiten nach Manhattan) vorbei und wunderten uns. Vor dem Aufzug stand ein Polizist und gelbes Absperrband sowie Metallgitter machten klar, daß man den Aufzug unter keinen Umständen benutzen darf.

Das macht man eigentlich eh nur dann wenn man nicht anders kann weil man Rollstuhlfahrer ist oder wie wir immer eine Kinderkarre transportieren muß. Dieser Aufzug ist eng und extrem miefig. Wir haben schon oft gerätselt, woher der üble Geruch kommen könnte. Die polizeiliche Absperrung verleitete uns schon zu abenteuerlichsten Mutmaßungen. Schließlich war sogar die ganze Station gesperrt worden.

Am Montag dann erfuhren wir durch die Medien, daß es einen schrecklichen Unfall mit über 30 Verletzten gegeben hatte, weil ein Zug in diesem Kopfbahnhof übers Ziel hinausgeschossen war. Leider kein Einzelfall. Zuletzt war das im Oktober 2009 am Bahnhof der 33. Straße passiert. Damals gab es 14 Verletzte. Davor passierte dasselbe in Hoboken im Juli 2004 - weniger als 10 Verletzte.

Also werden wir uns jetzt besser immer besonders gut festhalten!! Oder wir fahren mit der Fähre und hoffen, dass nicht gerade ein Flugzeug auf dem Hudson landen möchte.

Sonntag, 8. Mai 2011

Sakura Matsuri - Brooklyn's Botanical Garden (BBG)

Das japanische Kirschblütenfest, Sakura Matsuri, im botanischen Garten von Brooklyn ist sehr sehenswert. Der botanische Garten ist sowieso schon sehr schön, doch wenn die rosa Blüten aufgehen und dann auch noch die Sonne scheint und einem der Blütenduft um die Nase weht - das ist dann richtig herrlich.

In Japan sieht man die Kirschblüte als Symbol für die weibliche Schönheit. Um einiges weniger anmutig waren beim Fest die vielen Amerikaner, die sich in Mangakostüme geworfen hatten. Sie machten jedoch das ganze Fest noch um einiges bunter und Kinder finden sowas ja toll. Viele Besucher kamen natürlich auch wegen der kulturellen Darbietungen im Bühnenzelt. Hier gab es Schwertkämpfe, japanischen Popgesang, Sushi, tradtitionelles Getrommel und logisch im botanischen Garten: Bonsai und Ikebana. Alles was man so von Japan kennt gab es hier zu sehen.

Etwas erstaunt waren wir, daß nirgends Spenden für die Tsunami- und Erdbebenopfer in Japan gesammelt wurden.
Aber vielleicht haben wir das auch übersehen.

Hanami, die Kirschblütenzeit, geht nun bald zu Ende und der Sommer kommt. Wir hoffen auf beständigeres Wetter!!

Samstag, 7. Mai 2011

Aus Erfahrung Gut

Zu jedem guten Blog gehört ein regelmäßiger 'rant', eine Schimpftirade in der man sich über irgendetwas aufregt. Wir möchten da nicht nachstehen, denn auch unser Blog soll ein guter Blog sein. Und wir kennen da ein naheliegendes Opfer.

Amerikanische Haushaltsgeräte - zumindest die, die wir bisher gesehen haben - sind im Vergleich zu europäischen erstmal ... größer. Jetzt könnte man sagen, das ist so, weil Ameriaker auch größer sind. Das wissen wir spätestens seit Super Size Me (Morgan Spulock hat einen neuen Film gemacht und tourt gerade durch die amerikanischen Medien). Allerdings sind die Geräte schon länger groß als die Amerikaner dick - glaube ich zumindest. Vielleicht besteht auch da ein Zusammenhang - müsste man mal untersuchen.
Wir haben in unserer möblierten Wohnung eigentlich alles: Spülmaschine, Kühlschrank, Gefriertruhe, Waschmaschine, Trocker und Staubsauger. Und für alle Geräte würde sich ein deutscher Haushaltsgeräteladen schämen. Zumindest hat noch keiner versucht die Nische zu besetzen, amerikanische Haushaltsgeräte in Deutschland anzubieten. Und das hat einen Grund.

Wer sich bisher gewundert hat warum die heimische Kühlschränke alle Eneergieeffizienzklasse A, A+, A++ oder besser haben und für wen wohl die anderen Klassen erfunden wurden - ich habe die Antwort: Für die Amis - hier werden die restlichen Klassen besetzt.

Energiekosten waren in der Vergangenheit in den USA egal (ändert sich in den letzten Jahren), genauso sehen die Geräte hier aus. Neben einem hohen Stromverbrauch (mutmaßlich müssen wir zugeben) ist die Geräuschemission mindestens genauso hoch. Die Spülmaschine stellt man am besten an, wenn man die Wohnung verlassen möchte. Wenn man sie laufen lässt und ins Bett geht - Küche und Schlafzimmer trennt eine Wand - dann passt die Geräuschkulisse prima zur schaukelnden amerikanischen Matratze, und man meint man hätte eine Kreuzfahrt gewonnen. Man stellt sie übrigens an, indem man sie manuell verriegelt - Ähnlichkeit mit Geldspielautomaten sind wohl rein zufällig. Während die Maschine läuft, können kleine Kinder wie Kip auch das Programm ändern. TOLL. Dann läuft sie gleich noch länger, wenn man es nicht gemerkt hat.

Das Innenleben der Spülmaschine ist auch sehenswert: anstatt unterhalb der oberen Ebene einen rotierenden Arm zu haben, der nach oben Wasser versprüht, kommt irgendwie ein Rüssel aus der unteren Ebene beim Spülen hoch, um den Inhalt der oberen Schublade zu waschen. Funktioniert natürlich nicht richtig.

Eine Erfahrung ist auch die Riesenwaschmaschine - ein Toplader selbstverständlich. Je nach Wäschemenge muss man manuell die Wassermenge und die Temperatur einstellen ('low','mid','high'). Wenn man neugierig ist oder Langeweile hat kann man die Klappe oben aufmachen und beim waschen zuschauen. Das ganze erinnert ein wenig an eine überdimensionale Küchenmaschine die etwas ruckelt.

Den Backofen könnte man auch als Kindersauna vermarkten - hier würde sich das Gewissen eines jeden Deutschen melden, wenn man das Ding für nur eine Pizza anmachen würde.

Vielleicht ist es auch leicht sich über amerikanische Haushaltsgeräte lustig zu machen, wenn man aus Deutschland kommt. Na und?

Ui. Das mit dem 'ranting'' fängt an Spaß zu machen. Vielleicht ziehen wir demnächst noch über Hersheys Schokolade, das überall entgegenkommende 'Howareyoutoday?' (ohne die Antwort wissen zu wollen), Haustechnik (welche eigentlich?), stark gechlortes Leitungswasser oder blöd herumstehende Touristen her ... wer weiß. ;)

Freitag, 6. Mai 2011

Schild der Woche (IV)

Gesehen vor drei privaten Stellplätzen in Chelsea. Parkplätze sind offensichtlich Mangelware.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Verpasst !


Als wir letzten Sonntag aus der U-Bahn in Manhattan stiegen (wir waren auf dem Weg in den Brooklyn Botanic Garden zum japanischen Kirschblütenfest) fuhren Radfahrer an uns vorbei. Nicht einer, nicht zwei, nein ungefähr 13.000 .

Es war die Five Boro Bike Tour (Fünf-Stadtteil-Radtour), die größte Breitensportveranstaltung für Radfahrer in den USA.










Dabei werden nicht nur 5 Stadtteile auf abgesperrten Straßen abgefahren, da der East River überquert werden muss führt die Strecke auch über einige der großen Brücken.


UND ICH HABS VERPASST !
MIST!

Vorher / Nachher (Weg zur Arbeit)

Da ich in Frankfurt meist mit dem Rad zur Arbeit fahre, habe ich mir mittlerweile eine schöne Route ausgesucht - meist geht es an der Nidda entlang. Morgens habe ich viele Begleiter die auch mit dem Rad unterwegs sind, zur Arbeit. Abends sind dann wesentlich mehr Spaziergänger und Feierabendsportler unterwegs.


Als ich das Bild machte dachte ich mir dass man das prima der New-Yorker U-Bahn entgegen stellen kann - wie sich morgens die Masse ins Finanzdistrikt wälzt. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Da sich mein Arbeitskollege entschlossen hat mit der Fähre zur Arbeit zu fahren, bin ich dem Gruppendruck unterlegen und bin also nun auch mit der Fähre unterwegs. Das war nicht die schlechteste Entscheidung wie man sieht.

Dienstag, 3. Mai 2011

Lost in translation

Manchmal spielt einem beim Übersetzen sein assoziatives Wort-Bedeutungs-Gedächtnis einen Streich. Mir passiert das jeden morgen wenn ich am Cafe direkt neben meinem Büro vorbeigehe. Immer wenn ich daran vorbeigehe frage ich mich wie man sein Geschäft so nennen kann. Das 'au bon pain' ist eines der vielen Ketten die überall in der Stadt aber besonders im Finanzdistrikt eine (oder mehrere) Filiale(n) haben und dort Getränke und Essen verkaufen.

Eigentlich ist mir die Übersetzung des Geschäftsnamens klar, denn 'au bon pain' heißt soviel wie 'zum guten Brot' - dafür reicht mein Schulfranzösisch gerade noch aus. Nun ist aber das Wort 'pain' auch ein englisches, und bedeutet da: Schmerz. Interessanterweise ist die erste Übersetzung wenn ich den Namen lese: 'Zum guten Schmerz'. Ebenso interessant ist dass sich auch schon andere deutsche Kollegen über den gleichen Sachverhalt gewundert haben, es scheint also so dass ich da nicht besonders 'ticke'.

Meine Erklärung ist, dass mein assoziativer Wort-Bedeutungs-Speicher eine stärkere Verbindung zwischen 'pain-Schmerz' als 'pain-Brot' hat, weil Schmerz mit stärkeren Emotionen verbunden ist. Ich verzichte hier mal darauf die entsprechenden Studien zu zitieren ;)

Na denn, zum guten Schmerz !